Würfelsysteme im Vergleich

Die Autoren eines Rollenspiels wählen die Würfel für ihr System ganz bewusst aus, denn jedes Würfelsystem beeinflusst das Spielgefühl auf seine eigene Weise.

Hinweis: Derzeit werden nicht alle im Einsatz befindlichen Würfelsysteme im Artikel beleuchtet, eine stetige Erweiterung des Artikels ist vorgesehen.


Bei den nachfolgenden Diagrammen gilt:
X-Achse = Würfelergebnis / Summe aller Augenzahlen
Y-Achse = Wahrscheinlichkeit in Prozent

1 Würfel (1W20)

wuerfelsystem_1w20

Mit nur einem Würfel herrscht der absolute Zufall. Jede Augenzahl hat die gleiche Chance gewürfelt zu werden. Bei einem W20 beträgt sie durchgehend 5%.

2 Würfel (2W10)

wuerfelsystem_2w10

Min.: 1% / Max.: 10%

Ein zweiter Würfel zieht die Linie in der Mitte steil nach oben, sodass ein mittlerer Wert wahrscheinlichster ist. Ausreißer nach links und rechts sind dennoch leicht möglich.

3 Würfel (3W6 / 3W20)

wuerfelsystem_3w6Min.: ~0,463% / Max.: 12,5%

Mit drei Würfeln ist die Wahrscheinlichkeit einen Wert im Mittelfeld zu erreichen ziemlich groß. Je höher die Augenzahl der Würfel, desto flacher und glatter wird die Kurve und Ausreißer unwahrscheinlicher. Das Diagramm für 3W20 sieht wie folgt aus:

wuerfelsystem_3w20

Min.: 0,0125% / Max.: 3,75%

Wofür welche Würfel?

Ein einziger Würfel bringt einige Spannung mit sich: jederzeit ist alles möglich; das muss man mögen. Eindeutig für Pulp und (High-)Fantasy geeignet, doch auch für Spiele in denen es mehr uns Erzählen & Beschreiben geht und der Zufall ein Stilmittel ist.

Zwei Würfel eignen sich ebenfalls sehr gut für High-Fantasy-Systeme. Zwar sind Würfe im Mittelfeld wahrscheinlicher als Ausreißer nach links oder rechts, doch verlaufen die Wahrscheinlichkeiten in zwei Geraden, wodurch es spannend bleibt.

Vor allem Systeme die (möglichst) realistisch sein wollen sind mit drei oder mehr Würfeln gut beraten: sehr hohe oder sehr niedrige Würfe kommen selten vor, der Großteil der Würfe landet im mittleren Bereich. Dadurch gewinnen Fertigkeitswerte an Bedeutung, denn i.d.R. wird sich alles in deren Rahmen abspielen.


Wer noch etwas tiefer in die Materie eintauchen will, dem empfehle ich Peer Schaefes: „Mathematische Eigenschaften verschiedener Würfelmechaniken in Rollenspielen“.

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