Die wahren Rollenspieler™

Der Begriff aus dem Glossar verdient eine Erweiterung und steht im direktem Zusammenhang zum Blog.

Folgende Definition trifft den Kern der Sache, doch möchte ich in diesem Artikel etwas ausholen und auf den Blog erweitern:

Wahrer Rollenspieler™ — Spieler, der ausschließlich seine Interpretation von Rollenspiel für einzig richtig und allgemein verbindlich hält.

Es klingt paradox, doch viele vermeintlich Wahre Rollenspieler sind in Wahrheit lediglich nicht sehr fit in Rethorik. Der Rest sind tatsächlich nervige Arschlöcher und wissen es (vielleicht) noch nicht einmal. Anders kann ich mir viele Leute nicht erklären, es können schließlich nicht alle Trolle sein.

Eine besonders verhängnisvolle Gattung ist jene, die sich massiv in Fragen rund um ihr System einmischen um die Gestaltung von Setting und Regeln ihren Vorstellungen anzugleichen – also ihre Meinung nicht nur bei anderen Spielern durchdrücken wollen, sondern auch bei den Autoren und dadurch indirekt bei allen anderen Spielern. Es ist vergleichbar mit der Rechtssprechung in der Realität: natürlich kann man versuchen ein Gesetz auf Staaten-Ebene zu ändern, effektiver ist jedoch ein Gesetz auf EU-Ebene zu ändern und es so automatisch allen Mitgliedsstaaten vorzuschreiben, inklusive seinem eigenen.

Entscheidend ist wie immer der eigene Standpunkt und die Tatsache, dass nicht alle Ideen eines wahren Rollenspielers schlecht für ein System sind. Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

In Bezug zum Blog

Gerade als Rollenspielblogger läuft man Gefahr seine Ansichten zum Thema „Rollenspiele“ überzubewerten. Hinzukommt, vermeidet man bei jedem Artikel den obligatorischen relativierenden Absatz im Sinn von: „Alles nur ein Vorschlag“, dass es für den Leser klingt könnte, als ob es nur auf diese Weise korrekt sei. Das ist es natürlich nicht, doch ich kann nur über das Schreiben, das ich kenne bzw. womit ich mich auseinandersetze. Wobei ich durchaus kontroverse Standpunkte vertrete und mich für diese einsetze, niemand ist durchweg neutral.

Bei einzelnen Glossaren die ich für meine eigene Sammlung las, stand oft „Aus der Indie-Szene“ als Kommentar dabei und nahezu jedes Mal dachte ich mir: „Wieso Indie? Das ist doch Standard!“. Es ist also davon auszugehen, dass es selbst beim Glossar Meinungsverschiedenheiten gibt, obwohl dort nur Begriffe erläutert werden.

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