Traut keiner Rezension

Unter Bloggern ist das Thema „Rezensionen“ sehr umstritten, denn eine Frage stellt sich immer: „Wie neutral steht er oder sie zum Produkt?“. Im Rollenspielsektor beantwortete der Verlag Ulisses Spiele diese Frage für seine Produkte klar & deutlich … und schoss sich damit selbst ins Knie.

Im Artikel „Wir sind unbequem geworden“ wird erläutert, wie lediglich zwei negative Kritiken des Blogs Neue Abenteuer dafür sorgten von der Liste der Empfänger von Rezensionsmaterial gestrichen zu werden. Im Netz findet ihr Unmengen an Kommentaren zum Fall.

Eines steht jedenfalls fest: Wenn ihr euch bei einer Rezension z.B. zu „Das schwarze Auge“ fragt, wie es um die Neutralität steht, ruft euch folgendes ins Bewusstsein:

Blogger, die sich kritisch oder negativ über Produkte von Ulisses Spiele äußern, erhalten keine Rezensionsexemplare.

Wenn ein Blogger also ein Rezensionsexemplar erhält und ein positives Fazit zieht, dann tut er das wahrscheinlich, um auch weiterhin vom Verlag versorgt zu werden. Die Möglichkeit sich anderweitig zu äußern gibt es nicht mehr.

12 Gedanken zu „Traut keiner Rezension“

  1. Ich bin irritiert über den absolut unreflektierten Umgang mit dem Thema.

    1. „Neue Abenteuer“ ist mitnichten aus der Rezensionsliste von Ulisses geflogen, weil sie ein oder zwei Produkte negativ rezensiert haben.
    2. Die Standpunkte aller Beteiligten wurden in den letzten Wochen hinreichend erörtert.
    3. Eine Rezension, die ein positiveres Fazit zieht als es der eigenen Wahrnehmung entspricht, spricht nicht zwangsweise für Anbiederung. Desweiteren liegt nicht jeder Rezension im deutschsprachigen Netz ein Rezensionsexemplar zugrunde.

    Warum es jetzt notwendig ist, mit einem undifferenzierten Zweizeiler Öl in längst verlöschte Feuer zu gießen, erschließt sich mir nicht.

    Viele Grüße
    Seanchui

    1. Zu 1: Exakt das wird jedoch berichtet. Natürlich schaute ich nach, ob mittlerweile ein Artikel veröffentlicht wurde der etwas anderes aussagt, konnte jedoch keinen finden.

      Zu 3: Eine positive Rezension _muss_ nicht zwangsläufig der Anbiederung geschuldet sein, das siehst du völlig richtig. Doch während man lange nur vermuten konnte, was wohl passiere, schriebe jemand kritische Texte, existiert nun ein konkreter Fall.

      Zu 4: Auf meinem Bildschirm sind es 14 Zeilen :P

  2. Nun ja, das war nicht der Grund dafür, dass Ulisses Internal Teddy nicht mehr versorgt. Auch ich halte die Art, wie Ulisses mit der Sache umgegangen ist, für mehr als unglücklich, aber die Schlussfolgerungen dieses Beitrags lassen sie nicht zu.

  3. Du weist schon, dass du hier eine mehrfach in durchs Dorf getriebene Sau gerade von der Leine lassen willst, bei der mehr als Einmal geklärt wurde, das nicht eine negative Rezension sondern ein beleidigend verfasster Rand über den Verlag der Stein des Anstoßes war?

    1. So oft kam die Sau nicht durch’s Dorf: im Trackback des Artikels und bei meiner Suche stieß ich auf gerademal drei Blogartikel. Zudem schrieb ich, dass zwei negative _Kritiken_ der Grund sind.

  4. Zwei negative _Kritiken_ ist so eine Sache. Der Artikel um den es primär scheinbar gehen soll, ist eine Meinungsäußerung mit einer unsachlichen Wortwahl. Wenn man diesen Beitrag als Kritik sehen möchte, ist sie dann allerdings keine gute. Und Blogger haben kein Recht auf Rezensionsexemplare, diese werden von Verlagen aus Marketinggründen verteilt. Jeder Verlag kann dann auch erwarten, dass sein Produkt zwar ehrlich aber auch sachlich bewertet wird. Überdies ging es in dem Artikel auch nicht ein einzelnes Produkt, sondern über die Veröffentlichungspolitik, die darin mehr oder weniger als Abzocke dargestellt wird. Mal abgesehen davon, dass dies eine subjektive Meinung ist, würde ich als Verlag überlegen, einen Blog mit Rezensionsexemplaren zu versorgen, der meine Produkte ohne sie zu kennen als unnütz bezeichnet. Marketingtechnisch würde dies ja wenig Sinn ergeben. Und für das Zitat …Blogger, die sich kritisch oder negativ äußern… erhalten kein Rezensionsexemplare… hätte ich gerne Belege, das wäre nämlich fast schon ein Skandal für Ulisses, aber auch für die Blogger, die sich kaufen lassen.

    1. Es ist absolut legitim wenn ein Unternehmen seine Rezensionsexemplare nur denjenigen zur Verfügung stellt die dem Produkt oder dem Unternehmen wohlwollend gegenüber stehen. Von einem „Recht auf Rezensionsexemplare“ schrieb ich nicht und werde ich nie schreiben.

      Mein Anliegen ist es den potenziellen Käufern klarzumachen, dass eine positive Rezension mit Vorsicht zu genießen ist.

  5. „Mein Anliegen ist es den potenziellen Käufern klarzumachen, dass eine positive Rezension mit Vorsicht zu genießen ist.“

    Hab ich verstanden. Aber jede Rezension sollte für sich geprüft werden, ob positiv oder negativ. Das hat nichts mit dem Tenor zu tun, sondern, ob der Rezensent meinen Geschmack teilt bzw. ich seinen Geschmack einordnen kann und ob er glaubwürdig ist. Du stützt deine Aussage mit einem Zitat, dessen Inhalt unbewiesen und zumindest fragwürdig ist. Zudem gibt es auch rein objektiv Bewertungskriterien für Rezensionen, die besser funktionieren, als rein nach dem Tenor zu gehen.

  6. „Blogger, die sich kritisch oder negativ über Produkte von Ulisses Spiele äußern, erhalten keine Rezensionsexemplare.“

    Ich habe schon einige Rezensionen mit schlechter Bewertung gelesen, auch von Bloggern, die auch noch danach noch Rezensionsexemplare bekommen.

    Du leitest aus einem Einzelfall eine Regel ab. Das erscheint mir sehr überspitzt.

    Ansonsten wurde zu diesem Thema wahrscheinlich schon genug gesagt.

  7. Vielen Dank für eure Kommentare.
    Ganz offensichtlich vermittelt der Text nicht die von mir gewünschte Aussage und bedarf einer kleinen Überarbeitung. Bis zur Fertigstellung deaktiviere ich die Kommentarfunktion.

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