Maximalstufe erreicht, was nun?

Das Ende ist nah! … doch noch nicht erreicht. Allerdings solltest du dir langsam Gedanken machen wie die Geschichte deines Charakters endet und wie es danach weitergeht.

Dein Charakter hat alle Abenteuer überstanden, Gegner besiegt und Rätsel gelöst. Du hast es kaum für möglich gehalten, doch die Maximalstufe wurde tatsächlich erreicht. In einem MMO würde das eigentliche Spiel erst jetzt beginnen, doch in einem Rollenspiel sieht die Lage anders aus.

Es gibt noch etwas zu steigern

Meistens ist zwar die Maximalstufe erreicht, doch wird dadurch die Obergrenze von Fähigkeitswerten noch ein letztes Mal angehoben. Dafür bedarf es weiterhin Erfahrungspunkte und somit ein aktives Spiel, doch danach ist der Charakter wirklich am Limit.

Skalierung von Schwierigkeitswerten

Angenommen eine bestimmte Tür mit einem bestimmten Schloss besitzt einen Schwierigkeitswert von 20 (ein niedrieger mittlerer Wert), dann bleibt dieser Wert bestehen. Nur weil irgendwann später der Schlossknacker der Gruppe ein hochstufiger Charakter ist, erhöht sich der Schwierigkeitswert nicht, nur um weiterhin eine Herausforderung darszustellen. Genauso bleiben diverse NSC-Gruppen (z.B. Stadtwachen) auf ihrem Niveau.

Dürstet es den Spielern nach Herausforderungen, bedarf es größerer Kaliber als die Art von Abenteuer die bereits bei Stufe 1 die Handlung bildeten.

Wenn EIN Drache nicht mehr reicht

Im Fantasy-Genre ist ein Drache der klassische Endgegner und in manchen Rollenspielen ist der Sieg über einen solchen Gegner durchaus möglich – genauso wie im Cyberpunk ein AAA-Konzern nicht mehr wie ein schlechter Witz vom Auftraggeber klingt.

Die Maximalstufe erlaubt es uns endlich Geschichten anzugehen, von denen noch lange erzählt wird – sowohl in der Spielwelt selbst, als auch im Reallife. Nutzt es aus, doch irgendwann sollte man es gut sein lassen und sei es nur, weil euer Charakter bei seinen Werten am Limit und ein Fortschritt unmöglich ist.

Ruhestand und Tod

Einen meiner Charaktere spielte ich so ewig lang, dass ich einen neuen wollte. Geplant war ihn nach dem Abenteuer in den Ruhestand zu schicken. Genug Geld, Kontakte und Ansehen für eine Villa am See mit einer handvoll Bediensteter besaß er. Doch wie so oft ritten wir uns dermaßen in die Scheiße, dass klar war:

Einer muss sterben um den anderen zu retten!

Wir grübelten alle über einen Lösungsweg nach der ohne Tote auskommt und der SL übte dankenswerterweise keinen zusätzlichen Druck aus. Dennoch blieb es bei der Erkenntnis und wurde letztendlich zur Gewissheit. Wir vergaßen die Würfel und erzählten zusammen die Geschichte, wie der größte Armbrustschütze den die Welt je sah, sein Leben für einen Freund gab … *schnief*

Ein angenehmerer Weg ist der erwähnte Ruhestand und der Neuanfang mit einem neuen Charakter. Dadurch bleibt der alte Charaktere verfügbar und lässt sich bspw. als Kontakt nutzen oder steht in direktem Zusammen mit der Vergangenheit des neuen Charakters. Mit Ruhestand meine ich übrigens nicht grundsätzlich das Bild eines Rentners. Euer Charakter kann sehr wohl eine wichtige/gehobene Position in der Spielwelt einnehmen.

Die Gruppe wurde ausradiert … fast

Wir wurden vom NSC gewarnt bevor wir hineingingen:

Niemand der die Höhle betrat, kam je wieder heraus!

Er sollte Recht behalten. Fünf unserer sechs Mann starken Gruppe wagten sich hinein und kamen nie wieder heraus – alle fanden den Tod. Nur unser Elf beschloss am Eingang zu warten bis wir zurückkehren :\

Anstatt nun um den hochstufigen Elfen eine Gruppe zu bauen, beschlossen wir alle zusammen von vorne zu beginnen. Es wäre sonst für den Spielleiter unmöglich gewesen Herausforderungen zu schaffen die den Elfen fordern, aber den Rest der Gruppe nicht direkt tötet.

Der Neuanfang

Mit Stolz kann ich sagen: Jeder meiner (gespielten) Charaktere ist grundverschieden. Sofern sie nicht sterben, spiele ich sie meistens gar nicht erst bis zur Maximalstufe, sondern wechsel bereits vorher auf einen frischen Charakter. Natürlich ist das nicht für jeden interessant, viele wollen einfach nur so mächtig wie möglich werden oder spielen eh immer das gleiche Charakterkonzept.

Vor allem Einsteiger möchte ich ermutigen unterschiedliches auszuprobieren und somit das Wissen in eurem System zu erweitern. Zudem rückt das Rollenspiel etwas mehr in den Vordergrund, wenn ihr nicht ausschließlich den knallharten, nichts erschütternen, nahezu emotionslosen, Killer spielt ;)

Fazit

Es macht Spaß einen Charakter eine sehr lange Zeit zu spielen und nur in wenigen System gibt es eine Machanik die dafür sorgt, dass Charaktere grundsätzlich vergleichsweise kurz existieren. Doch irgendwann kommt garantiert der Punkt an dem das Ende absehbar und ein Neuanfang angebracht ist.

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