„Ja, aber …“

Eine Aufgabe des Spielleiters ist die Aufrechterhaltung des Spielflusses. Daran sind die Spieler mindestens gleichermaßen beteiligt, doch sobald eine gewisse Schwelle überschritten wurde, obliegt es dem Spielleiter über eine Probe zu entscheiden.

Idealweise formuliert ein Spieler die Aktionen seines Charakters in einer aktiven Form:

Ich klettere die Wand hoch.

Oft – das kenne ich auch von mir selbst als Spieler – erscheint das Bild der Szene nicht klar vor Augen und man fragt nach, ob eine Aktion überhaupt möglich ist:

Kann ich die Wand hochklettern?

Natürlich bleibt es nicht bei solchen Standardaktionen und das ist auch gut so. Spannend wird es wenn Handlungen erdacht werden, die Normalsterbliche eher selten wagen.

Ein Werkzeug des Improvisationstheaters

Den Tipp werdet ihr so ziemlich überall finden, denn er ist simpel und funktioniert in den allermeisten Situationen. Wie der Titel des Artikels es vermuten lässt, handelt es sich um die Antwort: „Ja, aber …“, die eine Idee nicht direkt im Keim erstickt, sondern den Dialog fördert und vom Spieler fordern kann etwas beizutragen.

Ja [du kannst die Wand hochklettern], aber dazu benötigst du ein Seil oder Teile einer Kletterausrüstung.

Dadurch wird die Erklimmung der Wand nicht aus den Köpfen der Spieler verbannt, wie ein „Nein“ es täte und steht weiterhin als Option zur Verfügung. Selbst wenn die Planung nun andere Wege geht. Das Prinzip lässt sich auch auf die nicht als Frage formulierte Aktion anwenden:

Ohne Hilfsmittel beträgt die Schwierigkeit x an der Wand hochzuklettern.

Schlusswort

Im Spielleiterkapitel von Grundregelwerken findet sich oft der Satz, dass ihr mit den Spielern zusammen spielt und nicht gegen sie. Mir persönlich gefällt der Ausdruck „Durch das Abenteuer begleiten“ besser. Worauf ich hinaus möchte ist folgendes: Ob eine Idee umgesetzt wird, entscheidet nach einem „Ja, aber …“ nun der Spieler selbst!

Die Langzeitwirkung ist zudem, dass eure Spieler mit dem guten Gefühl am Tisch sitzen mit euch ist alles möglich. Ein Gefühl welches garantiert ausbleibt, wenn sie immer nur hören was alles nicht geht. Verlernt dabei allerdings nicht „Nein“ zu sagen, wenn es angebracht ist.

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