Verwaltung des Inventars mittels Karten

Vorstellung eines Stilmittels um den Spielfluss aufrecht zu erhalten und das stetige ein- und austragen von Gegenständen auf dem Charakterbogen abzuschaffen.

In jedem mir bekannten Rollenspielsystem gibt es auf dem Charakterbogen eine Ausrüstungstabelle in der jeder Spieler brav seine Gegenstände ein- und austragen soll. Ein Stilmittel das mir beim anschauen von T.E.A.R.S. direkt gefiel sind deren Karten für Gegenstände. Mein Text basiert zwar auf einem Fantasy-Setting, doch das Prinzip lässt sich auf jedes Genre übertragen.

Die allgemeine Umsetzung

Bei Beginn der vergangenen Spielrunde übergab ich jedem Spieler einen Briefumschlag mit seinem Charakternamen, dieser repräsentiert den Rucksack des Abenteurers: Ist eine Karte im Umschlag, ist der jeweilige Gegenstand im Rucksack. Einige Gruppenmitglieder besitzen ein Pferd mit Satteltaschen, diese haben auch einen Umschlag. So ist auf Anhieb klar, welche Gegenstände beim Pferd sind und welche beim Abenteurer. Somit ist es auch für die Spieler einfacher beide Lagerorte zu verwalten.

Spieler: „Ich ziehe meine Axt und greife an!“
SL: „Ist die Axt nicht beim Pferd?“
Spieler: „Nein, natürlich nicht.“
SL: „ … “

Ist ein Gegenstand kaputt, verbraucht, etc. wird dem Spielleiter die Karte übergeben. Ich möchte niemanden etwas unterstellen, aber es ist manchmal schon verwunderlich, dass unsere Gruppe immer mindestens eine Fackel und ein ausreichend langes Seil parat hat ;)

Spieler: „Ich zünde eine Fackel an“
SL: „Seit wann hast du eine Fackel?!“
Spieler: „Schon immer“
SL: „ … “

Vor Beginn eines Abenteuers überlege ich mir, welche Gegenstände abenteuerrelevant und welche aufgrund des Kontexts (Geographie, Kultur, etc.) wahrscheinlich sind. Diese Karten bereite ich vor und kann sie bei Bedarf verteilen und der Spielfluss bleibt bestehen.

Ohne Bilder – der Phantasie zur Liebe

Am Anfang dachte ich über ein einheitliches Design und die Verwendung nach Bildern nach. Es gibt zwar gute Bildersammlungen die unter einer Creative Commons-Lizenz stehen, doch gibt es bei den mir bekannten, erhebliche Lücken in der Auswahl. Am Ende besäße also nur ein Teil der Karten ein Bild. Für den Eigengebrauch bestünde die Möglichkeit die Bilder aus den Büchern unseres Systems zu nutzen, doch wäre das erstens ein erheblicher Arbeitsaufwand und zweitens gibt es dort ebenso Lücken in der Bildauswahl. Der Hammer wäre natürlich, wenn ein Gruppenmitglied zeichnen kann – bei uns ist das leider nicht der Fall.

Daher nutze ich schlichte weiße Karten: die Spieler können Notizen darauf machen und ich Skizzen malen, sollte das Aussehen doch einmal relevant sein. Zudem kann ich erzählerisch das Aussehen einer „Lederrüstung“ beschreiben, anstatt diverse Karten mit unterschiedlichen Bildern bereitzuhalten. Die Vorstellungskraft der Gruppe wird also weiterhin gefordert und ein kreativer Spielraum zur Ausgestaltung erhalten.

Itemkarten

Abschließend bleibt zu Bildern zu sagen, dass Zusammenhänge bei diversen Funden von den Spielern selbst hergestellt werden können und müssen. Auf das typische: „Das Symbol kommt dir bekannt vor“, kann verzichtet werden. Wenn die Spieler einer Skizze keine Beachtung schenken ist es schlicht deren Problem *muhaha*

Klein anfangen, es wächst von selbst

Es reicht am Anfang völlig aus das bestehende Inventar der Charaktere und die nötigen Gegenstände für das aktuelle Abenteuer zu erstellen. Niemand sollte zum Ausrüstungsband seines Systems schielen und sich vorstellen zu jedem Teil eine Karte zu basteln, nur um sie im Fall der Fälle parat zu haben. So langweilig kann niemandem sein – von Prokrastinationsphasen einmal abgesehen. Bei Gebrauchsgegenständen stellt sich mit der Zeit ein Kreislauf ein und exotische Gegenstände kommen möglicherweise niemals vor.

Loottables – schnell und stressfrei

Je nach System und Abenteuer sterben mal mehr, mal weniger NSCs (und SCs). Ich persönlich empfinde es als mühselig mir bei jedem Tod und der obligatorischen Plünderung spontan überlegen zu müssen was die Person bei sich hat. Bei der Vorbereitung eines Spieltages erstelle ich daher für alle geplanten Begegnungen ein individuelles Set an Karten.

Kommt es tatsächlich zum äußersten und endet tödlich, überreiche ich den Spielern den Kartenstapel vom NSC. Was interessant ist sollen sie selbst entscheiden und sich die jew. Itemkarten einfach nehmen. Peronsendurchsuchungen laufen genauso ab.

Dank der Karten muss ich mir am Spieltisch keinen Kopf mehr machen was jemand findet und kann mich um die anderen Spieler kümmern.

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