Was Charaktere sympatisch macht? Ihre Schwächen!

Makellose Charaktere sind langweilig und ein paar Beispiele inspirieren euch vielleicht dazu einen Makel gezielt einzubauen.

Bei der Charaktererstellung überlege ich mir zu Beginn die grobe Hintergrundgeschichte und erst danach die passenden Werte. Mir dienen Regelwerke nicht dazu versteckte Bausätze für makellose Charaktere zu finden, sondern als Werkzeug um die verschiedensten Ideen umzusetzen.

Mit Kleinigkeiten kannst du dadurch Situationen provozieren, die dir wunderbar vor Augen führen, warum Rollenspiele so großartig sind. Es folgen drei Beispiele anhand von Splittermond, wo Schwächen nicht an Generierungspunkte gekoppelt sind und mit dem Spielleiter frei formuliert und definiert werden können.

Erstes Beispiel

Die Abenteurer suchen den Stadthalter auf um Informationen zum lokalen Schwarzmarkt zu erhalten. Wie es der Zufall will leidet dein Charakter an der Zwangshandlung kleine Dinge aus Silber einzustecken und zu sammeln. Der Witz ist nun, bei der Erstellung hast du den Charakter dahingehend nicht optimiert und keinen oder nur wenige Punkte in passende Fähigkeiten investiert. Vielleicht kommst du dieses Mal wieder damit durch, als du den silbernen Brieföffner auf dem Schreibtisch erblickst, vielleicht auch nicht. Jedenfalls bietet die Szene lustige Wendepunkte wenn der Stadthalter, während er zum Schwarzmarkt befragt wird, beklaut wird.

Zweites Beispiel

Bei uns in der Gruppe ist eine Magierin die alles und jeden mit einem Zauber reinigen muss – sie kann Schmutz nicht ertragen, auch nicht an Fremden. Das führte u.a. dazu, dass wir die abgewrackteste Kneipe im Hafenviertel aufsuchten um jemanden zu beschatten. Natürlich wollten wir uns so unauffällig wie möglich an einen freien Tisch setzen … bis wir merkten, dass Meister Propper hinter uns eine Schneise der Reinichkeit zog. Der wohl größte Nebeneffekt ist, dass sie gefühlt immer ohne Fokuspunkte dasteht wenn es wichtig ist.

Letztes Beispiel

Überlege dir nicht wie der perfekte Kampfmagier aussieht, sondern baue dir einen Vargen der – warum auch immer – nur Feuermagie beherrscht. Bestimmt weißt du wie stark ein einzelnes angekokeltes Haar stinkt … und jetzt stell dir einen Feuermagier-Vargen vor, der aus Paranoia nur freiwillig zaubert, wenn er seinen Wasserzauber-Strukturgeber zur Hand hat um sich im Notfall selbst zu löschen.

Fazit

Makellose Charaktere sind langweilig. Selbst wenn euch die Beispiele nicht zusagen, denk über die Idee dahinter ruhig das nächste Mal nach, wenn ihr einen neuen Charakter bastelt. Nicht um euch selbst Steine in den Weg zu legen, sondern um euer Spiel zu bereichern.

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